Anforderungsprofil Race

Sportartenprofil Snowboard Race

Snowboard Race ist den apparatetechnischen Sportarten zuzuordnen und als solche zunächst von der Beherrschung der spezifischen Technik und Koordination abhängig. Nur mit der entsprechenden Technik wird das Sportgerät optimal genutzt. Die zentrale Fähigkeit besteht darin, die Belastungsverteilung in der frontalen und der sagittalen Ebene situationsangepasst so zu variieren, dass das Snowboard über den Kurvenverlauf exakt auf der Kante geführt und die Boardbiegung im Sinne einer Verkürzung des Kurvenradius aktiv unterstützt werden kann. Je nach Geschwindigkeit und Kurvenradius treten dabei große Kräfte auf, die sowohl in der Bein- wie auch in der Rumpfmuskulatur kompensiert werden müssen. Maximal- und Schnellkraftfähigkeit des Sportlers werden hier gefordert. Bei einer typischen Belastungszeit im PGS, zwischen 35 und 45 Sekunden, kommt vor allem der Kraftausdauer eine herausragende Bedeutung zu.

Die Feinkoordination, zur Regulierung - Stabilisierung der Rumpf- und Beinachse unter mittleren bis hohen Lasten, muss über die komplette Wettkampfdauer auf einem hohen Niveau gehalten werden können. Dies ist die Voraussetzung zur Umsetzung der spezifischen Technik und der damit verbundenen Verletzungsprävention.

Vorgegebene Anforderungen

Die vorgegebenen Faktoren bilden den Rahmen, in dem sich der Snowboard Race Leistungssport bewegen muss. Neben der Wettkampfstruktur und der im Reglement beschriebenen disziplinspezifischen Anforderungen gibt der Wettkampfkalender den zeitlichen Ablauf vor.

Wettkampfstruktur

Nach den Olympischen Spielen gibt es bei der FIS, dem Dachverband und weltweit höchsten Organ für den internationalen Ski – und Snowboardsport mehrere Kategorien an Wettkämpfen.

An deren Spitze steht die alle 2 Jahre, jeweils in den ungraden Jahren stattfindende Weltmeisterschaft (WSC) gefolgt von dem Weltcup (WC), Europacup (EC) und der untersten internationalen Ebene den FIS Wettkämpfen.

Innerhalb der FIS Wettkämpfe gibt es noch die Junior FIS Bewerbe, bei denen jeweils nur die vier jüngsten international startberechtigten Jahrgänge (Saison 2020/21, Jahrgang 2002, 03, 04, 05) zugelassen sind (FIS-ICR, 2021).

Sportlicher Saisonhöhepunkt ist die jährliche Junioren Weltmeisterschaft (WJC) dieser vier Jahrgänge.

Reglement

Die disziplin- und wettkampfspezifischen Details werden im FIS Reglement präzise beschrieben und gesteuert. Für die Snowboard Disziplin Race hat sich über die Jahre das Parallelformat für Slalom und Riesenslalom durchgesetzt. Parallel Slalom (PSL) und Parallel Riesenslalom (PGS) unterscheiden sich insbesondere durch den Torabstand und die Streckenlänge.

Der Torabstand beim PSL beträgt 10m bis 14m bei einer Streckenlänge von 250m bis 400m. Beim PGS hingegen sind es deutlich weitere Torabstände mit 20m bis 25m und einer Streckenlänge von 400m – 600m (FIS-ICR, 2021).

Über eine Qualifikation mit zwei Durchgängen kommen die schnellsten 16 Sportler ins Finale welches im KO-System, vom Achtelfinale bis zum kleinen Finale mit Platz 3 und 4 und dem großen Finale mit Platz 1 und 2 ausgetragen wird.

Hieraus ergibt sich eine gesamt Wettkampfbelastung von sechs Läufen mit bis zu 270 Sekunden für die Plätze eins bis vier in einem Weltcuprennen.

Ausgetragen werden bei den OWG 2022 Peking nur der Parallel Riesenslalom der aufgrund der längeren Strecke eine deutlich höhere Anforderung an die Trainingsstrecke stellt.

Wettkampfkalender

Der Wettkampfkalender gibt den zeitlichen und geographischen Rahmen innerhalb der Wettkampfstruktur, von Junior FIS Wettkampf bis zu den OWG vor. Dieser wird für alle Wettkämpfe außer OWG jährlich im September erstellt. Der aktuelle Wettkampfkalender der FIS ist hier zu finden.

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